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Allgemeine Themen / 20. Juli 2026

Hat euer Chef schon mal ein Lied über euch geschrieben? Meiner schon

Es gibt Momente, die bleiben hängen.

Nicht, weil sie geplant sind. Nicht, weil sie besonders groß inszeniert werden. Sondern weil sie einen unerwartet treffen.

So ein Moment war für mich die 25-Jahr-Feier der Gemeinhardt Service GmbH.

Ich wusste natürlich, dass es ein besonderer Tag werden würde. Ein Tag mit vielen Gesprächen, Erinnerungen und Menschen, die den Weg unseres Unternehmens über viele Jahre begleitet haben.

Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte, war ein eigener Song.

Ein Lied über mich.

Über meinen Weg. Meine Arbeit. Meine Art. Über Dinge, die mich ausmachen.

Und plötzlich saß ich da, hörte zu und wusste erst einmal gar nicht, was ich sagen sollte.

Das war mehr als nur eine Überraschung

Als die ersten Takte liefen, dachte ich zunächst, dass es einfach ein weiterer Beitrag zur Jubiläumsfeier ist.

Doch dann fiel mein Name.

Und mit jeder weiteren Zeile wurde klarer:

Dieses Lied handelt von mir.

Im ersten Moment bist du einfach nur überrascht. Du hörst zu und versuchst zu verstehen, was da gerade passiert.

Doch dann kam bei mir langsam ein anderer Gedanke auf:

Da hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht.

Nicht oberflächlich. Nicht schnell zwischen zwei Terminen. Nicht einfach, um irgendeinen Programmpunkt für eine Feier zu haben.

Sondern ganz bewusst.

Da hat jemand zugehört, hingeschaut und sich gefragt:

Was macht diesen Menschen eigentlich aus?

Und genau das hat mich bewegt.

Wertschätzung, die man nicht kaufen kann

Natürlich gab es zu diesem Anlass auch ein Geschenk. Und natürlich habe ich mich darüber gefreut.

Aber wenn ich heute an diesen Tag zurückdenke, ist es nicht das Geschenk, das mir zuerst in den Sinn kommt.

Es ist dieses Gefühl:

Da hat sich jemand Zeit genommen.

Zeit, um etwas Persönliches zu schaffen.

Zeit, um Danke zu sagen.

Zeit, um etwas zurückzugeben, das weit über ein materielles Geschenk hinausgeht.

Für mich war das echte Wertschätzung.

Nicht einfach:

„Hier hast du etwas.“

Sondern:

„Wir sehen, was du tust.“

Und vielleicht noch wichtiger:

„Wir sehen dich als Menschen.“

Der Unterschied liegt im Zuhören

Was mich an diesem Moment besonders beeindruckt hat: Dieser Song ist nicht zufällig entstanden.

Er enthielt Dinge aus meinem Berufsleben. Persönliche Eigenschaften. Interessen. Meine Musik. Meine Art zu arbeiten und meinen Weg im Unternehmen.

Das bedeutet für mich:

Da wurde nicht nur gesehen, was ich leiste.

Da wurde wahrgenommen, wer ich bin.

Und genau darin liegt für mich der Unterschied zwischen Anerkennung und echter Wertschätzung.

Anerkennung kann sich auf eine gute Leistung beziehen. Auf ein erfolgreich abgeschlossenes Projekt oder ein erreichtes Ziel.

Wertschätzung geht für mich weiter.

Sie sieht den Menschen hinter der Leistung.

Warum Wertschätzung so viel verändern kann

Ich glaube, viele unterschätzen, was ehrliche Anerkennung und persönliche Wertschätzung auslösen können.

Sie motivieren nicht nur für einen kurzen Moment.

Sie bleiben.

Sie schaffen Verbundenheit und zeigen einem Menschen, dass sein Einsatz wahrgenommen wird.

Und manchmal wirkt genau das länger als jede Prämie oder jedes materielle Geschenk.

Gerade in einer Zeit, in der viel über Fachkräftemangel, Mitarbeiterbindung und Unternehmenskultur gesprochen wird, wird aus meiner Sicht etwas Entscheidendes häufig vergessen:

Menschen möchten gesehen werden.

Nicht nur für ihre Ergebnisse.

Sondern auch für ihren Einsatz. Für ihre Haltung. Für ihren Weg. Und für all die Dinge, die oft niemand in einer Tabelle oder Projektabrechnung sieht.

Es muss nicht immer ein Song sein

Natürlich muss jetzt nicht jeder Chef anfangen, Lieder über seine Mitarbeiter zu schreiben.

Und wahrscheinlich wäre das auch nicht für jeden die richtige Form der Anerkennung.

Darum geht es mir auch gar nicht.

Es geht um die Haltung dahinter:

👉 sich Zeit nehmen
👉 wirklich zuhören
👉 Menschen wahrnehmen
👉 Einsatz anerkennen
👉 Wertschätzung zeigen

Oft sind es genau diese Dinge, die langfristig den größten Unterschied machen.

Manchmal ist es ein ehrliches Gespräch.

Manchmal ein unerwartetes Dankeschön.

Manchmal ein Satz im richtigen Moment.

Und manchmal eben ein Lied.

Was ich daraus für mich mitnehme

Für mich ist dieser Moment heute mehr als eine schöne Erinnerung an unsere Jubiläumsfeier.

Er hat bei mir auch Fragen ausgelöst:

Wie gehe ich selbst mit anderen Menschen um?

Sehe ich wirklich, was sie leisten?

Nehme ich wahr, wenn jemand mehr tut, als von ihm erwartet wird?

Und nehme ich mir auch die Zeit, das auszusprechen?

Denn Wertschätzung funktioniert nicht nur in eine Richtung.

Sie entsteht dort, wo Menschen sie weitergeben.

Im Unternehmen.

Auf der Baustelle.

In der Ausbildung.

Im Team.

Und natürlich auch im privaten Leben.

Danke

An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich bei meinen beiden Chefs bedanken.

Danke, Dirk.

Danke, Ingolf.

Nicht nur für das Geschenk.

Und auch nicht nur für den Song.

Sondern vor allem für die Gedanken dahinter.

Für das Zuhören.

Für die Aufmerksamkeit.

Und für die Wertschätzung, die in diesem Moment für mich spürbar wurde.

Das ist nicht selbstverständlich.

Und genau deshalb weiß ich es zu schätzen.

Vielen Dank.

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Über den Autor

Marcus Muschke ist Projektleiter und Ausbilder bei der Gemeinhardt Service GmbH. In seinem Blog berichtet er über Spezialgerüstbau, Projektleitung, Führung, Ausbildung und persönliche Erfahrungen aus der Praxis.

Dabei geht es nicht nur um außergewöhnliche Baustellen und technische Lösungen, sondern auch um die Menschen dahinter, um Verantwortung, Entscheidungen und die Erfahrungen, die man nicht aus einem Lehrbuch lernen kann.

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Marcus Muschke