Tag Archives: 4 Uhr aufstehen Routine

Allgemeine Themen / 22. Juni 2026

Warum ich jeden Tag um 4 Uhr aufstehe

Bild: Marcus Muschke

Wenn man es von außen betrachtet, klingt es erstmal einfach nur anstrengend.

4 Uhr aufstehen.
Jeden Tag.
Auch am Wochenende.

Viele würden sich fragen: Warum macht man das freiwillig?

Die ehrliche Antwort ist:
Weil ich sonst selbst zu kurz komme.

Zwischen Verantwortung und Alltag

Mein Alltag ist voll.

Bauleitung.
Ausbildung.
Familie.
Beziehung.

Alles Dinge, die mir wichtig sind.
Alles Dinge, für die ich Verantwortung trage.

Aber genau darin liegt auch die Herausforderung:

Wenn man nicht bewusst aufpasst, bleibt eine Person schnell auf der Strecke.
Man selbst.

Und das habe ich irgendwann gemerkt.

Der einzige Zeitpunkt, der wirklich mir gehört

Früher habe ich versucht, mir Zeit am Abend zu nehmen.

Routine. Reflexion. Dinge für mich.

Das Problem:
Nach einem langen Tag lässt man es schneller ausfallen.

Man ist müde.
Man schiebt es.
Man sagt sich: „Morgen.“

Und genau deshalb habe ich es gedreht.

Ich nehme mir die Zeit am Anfang des Tages.
Bevor irgendetwas anderes beginnt.
Ohne Ausrede.

Der Start: Ruhe, die man sonst nicht kennt

Das Erste, was ich mache: Ich gehe raus.

Durch Waldheim.

Die Stadt ist still.
Fast alle schlafen noch.

Es ist eine Ruhe, die man sonst nicht erlebt.

Keine Hektik.
Keine Erwartungen.
Keine Ablenkung.

Nur Bewegung.

Und Gedanken, die langsam klarer werden.

Dieser Spaziergang hat für mich etwas Meditatives.

Er holt mich runter.
Er bringt mich zu mir selbst.

Und ich kann jedem nur empfehlen, das einmal auszuprobieren: die eigene Stadt zu einer Zeit zu erleben, in der sie eigentlich schläft.

Routine statt Motivation

Nach dem Spaziergang geht es weiter.

Bewegung.
Dehnübungen.
Meditation.
Manchmal Musik.

Und dann eine Phase, in der ich bewusst an meinen eigenen Zielen arbeite.

Nicht an Projekten.
Nicht an Aufgaben für andere.
Sondern an Dingen, die mich persönlich weiterbringen.

Das Ganze dauert ungefähr zwei Stunden.

Danach beginnt der Tag.

Meine Kinder stehen auf.
Meine Freundin.
Und dann geht es in den normalen Ablauf.

Warum ich das durchziehe

Die Frage kommt oft: Warum so früh? Warum nicht später?

Die Antwort ist einfach:

Weil ich später keine Kontrolle mehr habe.

Der Tag gehört dann nicht mehr nur mir.

Es kommen Termine. Aufgaben.
Unvorhergesehene Dinge.

Und genau deshalb setze ich den Fokus bewusst davor.

Am Anfang des Tages.
Dort, wo nichts dazwischenkommt.

Das Wichtigste daran

Es geht nicht darum, perfekt zu sein.
Nicht darum, alles richtig zu machen.

Es geht darum, sich selbst Raum zu geben.

Jeden Tag.

Nicht nur dann, wenn es passt.
Nicht nur unter der Woche.
Sondern konsequent.

Denn genau daraus entsteht Entwicklung.

Nicht aus einzelnen Aktionen.
Sondern aus Wiederholung.

Was sich dadurch verändert hat

Ich bin klarer im Kopf.
Ruhiger in Entscheidungen.
Bewusster im Umgang mit Stress.

Und vor allem habe ich das Gefühl, dass ich meinen Tag nicht nur reagiere, sondern gestalte.

Am Ende ist es eine Entscheidung

Ich könnte auch länger schlafen. Natürlich.

Aber dann müsste ich mir die Frage stellen: Wann nehme ich mir Zeit für mich?

Und darauf hatte ich irgendwann keine gute Antwort mehr.

Heute habe ich sie.

4 Uhr.

Zum Schluss

Hast du einen festen Zeitpunkt am Tag, der nur dir gehört?
Oder schiebst du ihn immer wieder nach hinten?

Ich bin gespannt auf deine Gedanken.

Marcus Muschke