Gerüstbauer-Leben / 16. März 2026

Warum ich mir regelmäßig Zeit für Quartalsgespräche mit meinen Auszubildenden nehme

Bild: KI generiert
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Es gibt Gespräche, die schiebt man gern vor sich her.

Und es gibt Gespräche, bei denen man weiß, dass sie wichtig sind – auch wenn sie manchmal unbequem sind.

Quartalsgespräche mit meinen Auszubildenden gehören für mich zur zweiten Kategorie.

Nicht, weil sie Pflicht sind.
Nicht, weil sie irgendwo vorgeschrieben stehen.
Sondern, weil sie mir helfen, ehrlich hinzuschauen – bei den Azubis und bei mir selbst.

Ich habe früh gemerkt, dass Ausbildung nicht davon lebt, Aufgaben zu verteilen.
Sie lebt davon, zuzuhören.
Zu verstehen, wo jemand gerade steht.
Und den Mut zu haben, Dinge anzusprechen, bevor sie sich festfahren.

In diesen Gesprächen geht es nicht darum, jemanden zu bewerten oder abzuhaken.
Es geht darum zu fragen:

  • Wie geht es dir wirklich?
  • Wo kommst du gut zurecht?
  • Wo hakt es?
  • Und wobei brauchst du Unterstützung?

Manchmal sind es kleine Dinge, die viel auslösen.
Ein Azubi, der stiller geworden ist.
Einer, der eigentlich mehr kann, sich aber selbst im Weg steht.
Oder jemand, der viel leistet, aber nie darüber spricht.

Diese Gespräche geben Raum dafür.
Und sie geben mir die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen – nicht nur für das Ergebnis der Ausbildung, sondern für den Menschen dahinter.

Ich gehe bewusst mit einem Fragenrahmen in diese Gespräche.
Nicht, um ein Formular abzuarbeiten, sondern um Struktur zu haben, damit nichts Wichtiges untergeht.
Denn Klarheit schafft Vertrauen.
Und Vertrauen ist die Basis für Entwicklung.

Was mich immer wieder überrascht:
Wie offen junge Menschen sind, wenn man ihnen ehrlich begegnet.
Wenn man nicht von oben herab spricht.
Wenn man zuhört, statt sofort Lösungen zu liefern.
Wenn man zeigt: Ich nehme dich ernst.

Diese Gespräche sind kein Einbahnstraßen-Feedback.
Sie halten mir selbst den Spiegel vor.
Sie zeigen mir, wo ich besser erklären muss,
wo ich klarer führen sollte
oder wo ich vielleicht zu viel voraussetze.

Genau deshalb sind sie für mich kein Termin im Kalender,
sondern ein fester Bestandteil meiner Haltung als Ausbilder.

Ich will nicht erst reagieren, wenn Probleme groß geworden sind.
Ich will früh verstehen, was jemanden antreibt oder ausbremst.
Denn gute Ausbildung bedeutet für mich nicht, am Ende einen Abschluss zu feiern,
sondern den Weg dorthin bewusst zu begleiten.

Am Ende dieser Gespräche geht es um ein gemeinsames Ziel:
Eine Ausbildung, die trägt.
Ein Abschluss, der verdient ist.
Und junge Menschen, die mit einem guten Gefühl zurückblicken können.

Vielleicht ist genau das der Punkt, der mir am wichtigsten ist.
Ich will, dass meine Auszubildenden wissen:
Hier darf man fragen.
Hier darf man wachsen.
Und hier wird man gesehen.

Wie erlebst du Feedback-Gespräche in deinem Umfeld?
Als Pflichttermin oder als echte Chance zur Entwicklung?
Schreib mir gern deine Gedanken dazu.

Wenn du sehen willst, in welchem Umfeld diese Haltung gelebt wird, findest du hier mehr Informationen: Gerüstbau Ausbildung Handwerk – freie Lehrstellen – Gemeinhardt Service 

Marcus Muschke

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